1. Ist ein Übersetzer auch ein Dolmetscher?

Ja und nein: Zwischen beiden Tätigkeiten, die jeweils einer besonderen Ausbildung bedürfen muss eindeutig unterschieden werden:

Der Übersetzer ist für die Übertragung schriftlicher Originale zuständig, der Dolmetscher für die mündliche Übertragung des gesprochenen Worts.

2. Ist der Dolmetscher immer ein Simultandolmetscher?

Beim Dolmetschen wird zwischen mehreren Arbeitsformen unterschieden:

Verhandlungsdolmetschen

Reicht von einfachsten Sachverhalten bis zu Allerhöchsten Ansprüchen

Konsekutivdolmetschen

Hier gibt der Dolmetscher einen Vortrag, eine Rede ganz mündlich in der Zielsprache wieder

Simultandolmetschen

Erfolgt zeitgleich, klassische „Wetten Dass?-Situation“.

Flüsterdolmetschen

Der Dolmetscher flüstert dem/der Zuhörer(in) das Gesagte zu. Häufig zu sehen im Fernsehen bei PolitikerInnen.

Konferenzdolmetschen

Die konsekutive und simultane Übertragung in die Zielsprache ist das Arbeitsfeld der Konferenzdolmetscher.

Eine neue Form der Dolmetschertätigkeit ist das so genannte Community Interpreting. Hierzu habe ich 2008 eine besondere Ausbildung über das Bayerische Transkulturelle Zentrum für Medizin e. V. in München absolviert.

Gebärdendolmetschen
Parallel zur Weiterentwicklung der Gebärdensprache hat sich der Beruf des simultan und konsekutiv

Eine recht neue Berufsgruppe sind die Untertiteler (Subtiteler).

3. Gibt es einen Unterschied zwischen „Freiberuflich“ und „Selbständig“?

Unbedingt! Der freiberufliche Übersetzer/ Dolmetscher ist auch Unternehmer. Aber: Übersetzer/ Dolmetscher zählen nach § 18 Einkommensteuergesetz ausdrücklich zu den freien Berufen. Sie üben Ihre Tätigkeit eigenverantwortlich aus, werden auf Grund ihrer Fachkenntnisse leitend tätig und erbringen eine geistige Leistung. Eine Überprüfung der Leistungen von Kollegen in Sprachen die sie selbst beherrschen zählt damit ebenso unter die gewerbesteuerfreie Tätigkeit.

4. Kann nicht jede/r ein(e) Übersetzer, bzw. Dolmetscher(in) sein der mehrere Sprachen spricht?

Sprachkenntnisse befähigen nicht zum fachgerechten übersetzen, das neben der sprachlichen Ausbildung auch weitere Fähigkeiten voraussetzt und eine besonders auszubildende übersetzerische Komponente erfordert.

Sprachmittelnde Tätigkeiten werden schon sehr lange ausgeübt, gewinnen jedoch durch die zunehmende internationale Kommunikation immens an Bedeutung.

5. Es gibt doch Übersetzungsprogramme für den PC?

Inzwischen sind viele brauchbare Übersetzungsprogramme auf dem Markt. Um komplexe Zusammenhänge in Fachtexten zu erfassen, sind jedoch immer Fachkenntnisse eines Übersetzers erforderlich. Sie können also nicht fachlich kompetente Übersetzungen mit Beglaubigung ersetzen.

6. Wie entstand das heutige Berufsbild?

Traurige Berühmtheit erreicht das Berufsbild erstmals bei den Nürnberger Prozessen in Deutschland nach 1945. Hier erlebt er jedoch auch seine Sternstunde. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich ein eigenes Berufsbild ausgeprägt.

Kontakt

Armelle Gutiérrez
Staatlich geprüfte Übersetzerin (BDÜ)
Öffentlich bestellt, allgemein beeidigt

81675 München,
Bogenhausen / Haidhausen

Email: office(a)awordinspanish.com

Telefon: +49 (0)89 - 457 69 394